Zum Jahreswechsel

31 Dez

Das alte Jahr

Das alte Jahr hat viel gebracht,
speziell warn´s Turbulenzen.
Die Gier hat es so krank gemacht.
Jetzt spüren wir die Konsequenzen.

Ganz sachte, leider reichlich spät
erkennt man nun, was falsch, was richtig,
es wächst die Solidarität,
die grad in Notzeiten so wichtig.

Das nächste Jahr wird vieles ändern.
So manches ist zu korrigier’n.
Nicht nur bei uns, in allen Ländern,
um diese Gier auszuradier’n.

Vom Westen weht ein neuer Wind.
Die Hoffnung treibt er vor sich her,
dass sich die Menschen einig sind,
denn Einigkeit macht’s halb so schwer.

Die Wunschliste fürs nächste Jahr
wird noch für weit’re Jahre reichen,
denn dort, wo mal Vertrauen war,
sind Defizite auszugleichen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt sagt man,
drum bleibt uns da noch alles offen,
mit einem Lächeln dann und wann,
das Allerbeste nun zu hoffen.

Es gab schon Zeiten, die viel schlimmer,
die kosteten viel Mut und Kraft,
ob Rezessionen, was auch immer,
da haben wir’s doch auch geschafft.

Die Welt ist trotzdem noch sehr schön.
Lasst euch das Leben nicht vermiesen.
Braucht nur die Felder anzuseh’n,
wenn dort die Blumen sprießen.

Und grade das wünsch ich uns allen,
dass wir das Lachen unterdessen,
anstatt ins Grübeln zu verfallen,
im nächsten Jahr nicht ganz vergessen.

Ruth-Ursula Westerop
(1927-2010)

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