Nora auf neuen Wegen

26 Mai

Nora neue Heimat

Hallo, hier ist wieder eure Nora. Jetzt habt ihr eine Weile nichts von mir gehört, aber ich hatte zu tun. Heute will ich weitererzählen.

In Spanien

Bevor ich 2009 zu meinen neuen Leuten gekommen bin, verbrachte ich meine ersten vier Lebensjahre in Spanien, bei Zigeunern, in der Nähe von Sevilla. Das Leben dort war eigentlich kein Leben. Man „benutzt“ uns Galgos für die Hasenjagd, ansonsten sind wir auf uns selbst gestellt, was Futter betrifft, tierärztliche Versorgung ist ein Fremdwort und Zuwendung und Liebe kannte ich nicht. Wenn man uns gerade nicht brauchte, jagte man uns davon, die Kinder ärgerten uns und sehr oft bekamen wir völlig grundlos Prügel oder man warf mit Steinen und Gegenständen nach uns. In Spanien ist ein Hundeleben überhaupt nichts wert.
Im Herbst 2008 wurde ich schwer krank. Ich hatte einen Herzwurm, außerdem Leishmaniose und eine Niereninsuffizienz. SpanischeTierschützer haben mich von den Zigeunern weggeholt und im spanischen Tierheim bin ich behandelt worden, so gut es ging. Der Herzwurm ist weg, Leishmaniose und Niereninsuffizienz sind mir geblieben.

Tierheim in Österreich

Im April 2009 brachte man mich nach Österreich, damit ich mit meinen anderen Kumpels aus Spanien vermittelt werden konnte. Meine Kumpels waren Podencos, Galgos und viele Mischlinge.
Im August holten mich meine neuen Leute in mein neues Leben.
Mein Tierheimherrchen gab diesen Leuten noch entsprechende Anweisungen für den anfäglichen Umgang mit mir und wies auf meine Besonderheiten hin – schließlich bin ich ja wirklich etwas ganz Besonderes! Die neuen Leute waren „Windhund-Neulinge“, wahrscheinlich hat er sich Sorgen gemacht, was wohl aus mir werden würde. Ob die Neuen gut zu mir sein würden und mit einem Windhund umgehen könnten. Diese Sorgen hat er eigentlich bei jedem Hund, den er an fremde Menschen abgibt, aber er kann uns leider nicht alle behalten.
Zu meinem Tierheimherrchen hatte ich ein sehr inniges Verhältnis. Als er mich ins Auto meiner zukünftigen Leute hob, hat er mir noch ins Ohr geflüstert: „Kleiner Liebling, ich wünsche dir den Himmel auf Erden. Halt‘ die Ohren steif!“ – Leichter gesagt als getan, ich habe Kippohren, aber ich werde mir Mühe geben!

Auf in mein neues Leben

Mir war das alles nicht geheuer, was würde mich wohl nun wieder erwarten? Ich hatte Angst, konnte keinerlei Freude zeigen. Warum auch, ich kannte die Leute ja nicht. Ich hatte keine Ahnung, ob mich hier das gleiche Schicksal ereilen würde, wie in Spanien. Ich musste mich fügen, wie schon immer in meinem Leben, so oder so. – Aber, es sollte besser werden!
Ich wurde nach hinten in ein großes Auto verfrachtet, eingeschirrt, damit ich ja nicht wegrennen konnte und harrte nun der Dinge, die da kommen sollten …

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