Geht nicht, gibt’s nicht …

10 Mai

… dachte ich, zumindest bis ich versucht hatte, diesen antiken Vitrinenaufsatz zu restaurieren. Für 40 € bei einem Trödler erstanden, kaufte ich – nach einer eingehenden Beratung im Baumarkt! – die nötige Ausrüstung, um das schöne Stück auf Vordermann zu bringen. – „Geht ganz einfach“, steht in einschlägigen Wohnmagazinen! Kann man alles selber machen! Genau, das werd‘ ich auch, wenn’s eh so einfach geht! In den Wohnmagazinen ist bei diesen handwerklichen Aktivitäten meist auch eine lächelnde Frau abgebildet …

Die Vitrine stand beim Händler wochenlang im Freien, zwar unter Dach, aber der Novembernebel hatte das Holz, trotz einiger Farbschichten bereits ein wenig durchfeuchtet, was in diesem Fall kein Nachteil war, denn so ließen sich die Farbschichten leichter entfernen, wie ich meinte. Die Innenverkleidung mit mehreren Tapetenschichten wollte ich mit lauwarmem Wasser ablösen.

Nach einer elenden Schinderei mit unserem elektrischen Schleifgerät, an dessen eingespanntem Schleifpapier zäh die abgeschliffenen Farbreste klebten und nach kraftaufwändigem Kratzen mit einer Spachtel auf den Tapetenschichten – das Ganze etwa 5 Stunden lang – legte ich eine Kaffeepause ein, um den Satz „Geht nicht, gibt’s nicht!“ nochmal in Ruhe zu überdenken.

Nachdem ich nachgedacht hatte, beabsichtigte ich zur Unterstützung meine bessere Hälfte in die Arbeiten zu involvieren. Diese weigerte sich jedoch strikt, das Möbel auch nur einmal aus der Nähe anzusehen und schlug mir stattdessen vor, das gute Stück lieber einem Fachmann anzuvertrauen, um es nicht noch mehr zu vermurksen … Vermurksen! Nun gut, an einigen Stellen hätte ich fast zu viel abgeschliffen, vor allem an den runden Beinen.

Na super, toller Ratschlag! Ein Fachmann kostet eine Stange Geld! – Nichtsdestotrotz entschied ich mich, oben genannten Rat zu befolgen und wir brachten die Vitrine zu einem Spezialisten ganz in der Nähe. Die erforderlichen Arbeiten sollten 180 € kosten. Ein wenig schockiert ließ ich mich dennoch endgültig überreden, die Vitrine dort zu lassen, um sie nach einigen Wochen, tadellos geschliffen, vom Holzwurm befreit, gewachst und wie neu, abzuholen, wie der Meister, ein Schreiner, der ausschließlich alte Möbel restauriert, mir versicherte …

 

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