Ein Tag wie jeder andere …

5 Jun

Räumungstrupps der Feuerwehr stehen um 6.30 Uhr an der Neuburger Straße bereit und setzen sich in Bewegung in Richtung Stadtmitte.

 

Heute ist es den ganzen Tag sonnig. Der Wasserstand sinkt zwar stündlich, jedoch ausgesprochen langsam, da die vielen Nebenflüsse der Donau und dem Inn noch sehr viel Wasser zuführen. Der Wasserstand heute um 7 Uhr früh 10,05 m, um 17 Uhr 9,90 m.

Fast alle Stadtteile haben wieder Strom und Trinkwasser. Nur die Innstadt, der südöstliche Stadtteil Passaus, ist sozusagen noch abgeschnitten. Eine Befahrung der Innbrücke ist erst nach Überprüfung durch Fachleute wieder möglich. Wie lange das dauern kann, weiß man noch nicht. Über den Fünferlsteg allerdings kann man zu Fuß oder mit dem Fahrrad die Innenstadt erreichen.

Wer mit dem Auto von der Innstadt in die Stadtmitte möchte, muss einen Umweg über Österreich machen und mehr als 50 km in Fahrt in Kauf nehmen.

 

Die Räumungstrupps arbeiten nach wie vor unermüdlich.

 

Ein Tag wie jeder andere?

Es hat den Anschein, als ob der Alltag in Passau allmählich wieder Einzug halten würde. Die meisten Geschäfte in der oberen Innenstadt haben wieder geöffnet, Berufstätige die hier arbeiten, können ihre Tätigkeiten wieder aufnehmen … aber der Schein trügt …

 

Immer mehr zeichnet sich das Ausmaß des materiellen Schadens ab.

 

Sämtliches Inventar wie Ladeneinrichtungen, Verkaufswaren, Elektronik, Computeranlagen landen nur noch auf dem Müll.

 

Viele Ladenbesitzer stehen vor dem Ruin.

 

Die materiellen Schäden sind bei weitem noch nicht abzusehen. Beim Ausmaß des diesjährigen Hochwassers dürften sie sich jedoch als ausgesprochen hoch erweisen.

Ohne die Feuerwehren, das THW, die Bundeswehr, das Rote Kreuz, die Polizei und die unzähligen freiwilligen Helfer wäre eine so schnelle und bis ins Detail organisierte Hilfe für alle Betroffenen nicht möglich gewesen.

Die schlimmsten Tage sind vorbei, die Aufräumarbeiten noch in vollem Gange, der materielle Schaden wird greifbar und die psychische Belastung liegt noch wie ein Schleier über den Menschen und wird so schnell auch nicht weichen.

Was den Betroffenen aber in jedem Fall bleibt, ist die Ungewissheit, die Angst vielleicht in ein paar Wochen oder in einem Jahr wieder Opfer des Hochwassers zu werden.

 

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